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Ruhestandsplanung

Langlebigkeit ist längst kein Randthema mehr. Sie verändert Kapitalmärkte, Sozialsysteme und die professionelle Ruhestandsplanung zugleich. Genau darin lag der Reiz eines Fachvortrags bei unserem zukunftsorientierten Veranstaltungsformat „Future Ready 2030“. Martin Stenger von Franklin Templeton und Dr. Peter Schwark vom Deutschen Institut für Altersvorsorge haben für viele interessierte Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner das Thema aus zwei Perspektiven beleuchtet. Einmal aus Sicht der Volkswirtschaft und der Kapitalanlage sowie aus Sicht der konkreten Vorsorgelösung für den einzelnen Menschen – mit einem besonderen Blick auf Langlebigkeit und Sterbetafeln sowie individuellen Schlussfolgerungen für die Beratung. Für die Beratungspraxis ist genau diese Verbindung entscheidend. Denn Langlebigkeit ist nicht nur eine Frage der steigenden Lebenserwartung. Sie ist auch eine Frage der richtigen Schlüsse für Vermögensaufbau, Entnahmephase und Absicherung.
Martin Stenger hat den Blick bewusst geweitet. Sein Punkt: Wer über Langlebigkeit spricht, darf nicht nur auf Deutschland oder Europa schauen. Entscheidend ist, in welcher Phase der sogenannten demografischen Dividende sich ein Land befindet. Franklin Templeton unterscheidet dabei vier Phasen. In frühen Phasen gibt es viele junge Menschen und viel Arbeitskraftpotenzial. In späten oder nachgelagerten Phasen sinken Geburtenraten, die Bevölkerung altert und das Arbeitskräfteangebot schrumpft.
Für Anlegende und Beratende folgt daraus eine unbequeme, aber wichtige Einsicht: Die klassische Heimatmarktlogik greift zu kurz. Wer langfristige Wachstumschancen sucht, sollte globaler denken und Regionen mit junger Bevölkerung, wachsender Erwerbsbevölkerung und steigendem Produktivitätspotenzial stärker in den Blick nehmen. Indien ist dafür ein naheliegendes Beispiel. Der Vortrag machte deutlich, dass solche Märkte nicht nur kleine Beimischungen sein müssen, wenn man demografische Trends ernst nimmt.
Die zweite wichtige Botschaft: Langlebigkeit ist positiv. Aber sie ist nicht kostenlos. Stenger zeigte, dass das Wachstum der Erwerbsbevölkerung ein zentraler Treiber des BIP-Wachstums ist. Wenn diese Dynamik nachlässt, steigen die Anforderungen an Produktivität, Bildung, Automatisierung und private Vorsorge. Gleichzeitig wachsen die Belastungen für Renten- und Gesundheitssysteme.
Für die Beratung bedeutet das: Kundinnen und Kunden brauchen mehr als die alte Formel „Ansparen bis 67“. Sie brauchen eine Ruhestandsplanung, die längere Rentenphasen systematisch einpreist. Wer heute 65 ist, hat eine realistische Chance, 90 oder älter zu werden. Genau darin liegt das finanzielle Langlebigkeitsrisiko: Das Vermögen reicht womöglich nicht so lange, wie das Leben dauert.
Dr. Peter Schwark hat diesen Punkt auf die konkrete Vorsorgeplanung heruntergebrochen. Besonders hilfreich ist sein Hinweis auf die Bedeutung von Sterbetafeln. Denn die Frage, wie lange ein Einkommen im Ruhestand tragen muss, hängt von der verwendeten Kalkulationsbasis ab. Periodentafeln sind Momentaufnahmen. Generationentafeln berücksichtigen dagegen künftige Verbesserungen der Lebenserwartung und liefern deshalb oft die realistischere Grundlage für Langfristplanungen. Hinzu kommt: Versicherte leben im Schnitt häufig länger als die Gesamtbevölkerung. Auch das muss in der Kalkulation berücksichtigt werden. Für Beratende ist das kein akademisches Detail. Es erklärt, warum manche Produktlösungen vorsichtiger kalkulieren als einfache Überschlagsrechnungen aus dem Alltag. Und es liefert ein gutes Argument, warum professionell gerechnete Versorgungskonzepte für die Ruhestandsplanung so wichtig sind.
Besonders spannend war Schwarks Einordnung der neuen Auszahlungspläne im Altersvorsorgedepot. Sein Kernargument: Ein Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr löst das Langlebigkeitsrisiko nicht automatisch. Er verteilt Kapital über Zeit. Mehr nicht. Wer danach weiter lebt und auf dieses Zusatzeinkommen angewiesen ist, hat ein Problem. Denn anders als eine Leibrente bietet ein solcher Plan keine lebenslange Einkommensgarantie.
Das heißt nicht, dass Auszahlungspläne grundsätzlich ungeeignet sind. Im Gegenteil. Sie können sinnvoll sein, wenn ein Kunde über weiteres Vermögen verfügt, wenn andere lebenslange Einkommensquellen bestehen oder wenn die persönliche Situation eine flexible Entnahme nahelegt. Aber sie brauchen eine saubere Einordnung. Für viele Kundinnen und Kunden wird die Kombination aus planbarer Entnahmephase und anschließender lebenslanger Einkommenslösung der robustere Weg sein. Genau hier entsteht Beratungsmehrwert.
Der Vortrag liefert drei klare Impulse für die Praxis. Erstens: Langlebigkeit gehört früh in jedes Ruhestandsgespräch. Zweitens: Die Entnahmephase verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie die Ansparphase. Drittens: Produktlösungen sollten nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel gedacht werden. Die gute Beratung der Zukunft fragt deshalb nicht nur: Wie viel Vermögen ist bis zum Ruhestand aufgebaut? Sie fragt auch: Wie lange muss es tragen? Welche Einkünfte sind lebenslang sicher? Wo ist Flexibilität sinnvoll? Und an welcher Stelle braucht der Kunde Garantien statt Hoffnung? Genau darin liegt die Relevanz des Themas. Langlebigkeit ist kein Zukunftsrisiko von morgen. Sie ist ein Beratungsfall von heute.
„Demografische wie volkswirtschaftliche Indikatoren in der Beratungspraxis zu berücksichtigen, kann auch heißen, globaler zu denken. Zum Beispiel könnten Länder wie Indien mit besonders vielen jüngeren Menschen in einem Portfolio für aussichtsreiche Perspektiven sorgen.“
Die demografische Dividende beschreibt ein zeitlich begrenztes Wachstumsfenster einer Volkswirtschaft. Es entsteht, wenn der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter stärker wächst als der Anteil der Jüngeren und Älteren, die mitversorgt werden müssen. In dieser Phase steigen oft Beschäftigung, Ersparnisse und Investitionen. Das kann Wachstum und Wohlstand spürbar fördern

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Vertriebsleiter für Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukte bei Franklin Templeton

Sprecher des deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA)