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Wir setzen Ruhestandards

Am 16. Juni ist unsere neue, zukunftsweisende Produktgeneration gestartet - mit attraktiven Änderungen für Sie und Ihre Kunden

Modern, transparent, fair – die neue Produktgeneration von Standard Life. Das virtuelle Launch-Event jetzt als Aufzeichnung sehen!

Zum Launch der neuen Produktgeneration hat Christian Nuschele, Head of Sales & Marketing, zwei hochkarätige, unabhängige Experten geladen: Dr. Jörg Schulz vom infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse und Prof. Michael Hauer vom Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Während er mit ersterem Brutto- und Netto-Illustration gegeneinander abwägt, spricht er mit dem Finanzmarktexperten Hauer über die Vorzüge von Fondspolicen im Vergleich zum Direktinvestment. Die Produkte selbst mit ihren Neuerungen sowie das neue Fondsuniversum erläutern die hauseigenen Experten Udo Wagler und Roman Goedeke im Gespräch mit Christian Nuschele, der als Moderator durch die gesamte Sendung führt.


Die neue WeitBlick – so funktio­niert Ruhestandsplanung heute.

Flexibel bleiben, überlegt anlegen, Vermögen übertragen, Steuervorteile nutzen – und all das mit nur einem Finanzprodukt: WeitBlick, unsere langfristige fondsgebundene Lebensversicherung, macht’s möglich. Ab einem Einmalbeitrag von 15.000 Euro (reduziertes Limit bis 31. Dezember 2020). Und jetzt neu mit Startmanagement auch bei Zuzahlungen!

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Die neue ParkAllee – weil Ihr Kapital Wachstum braucht

ParkAllee kombiniert attraktive Investments mit den Vorteilen einer Versicherung – und bietet so im Vergleich zu reinen Fondsinvestments echten Mehrwert. Als Stichworte seien hier genannt: attraktive Steuervorteile und kostenlose Fondswechsel. Starten können Sie mit einem Einmalbeitrag ab 10.000 Euro. Jetzt neu mit Startmanagement bei Abschluss und für Zuzahlungen.

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Die fondsgebundene Rentenversicherung Maxxellence Invest wird in Raten ab 50 Euro monatlich bespart. Ihre große Stärke ist die Vielseitigkeit: Maxxellence Invest kombiniert eine Vielzahl hochwertiger Versicherungsoptionen mit einem attraktiven Fondsuniversum, das für jedes Anlegerprofil passende Lösungen bietet. Jetzt neu mit langfristiger Beitragsdynamik auch bei mehrfachem Widerspruch.

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Das neue Fondsuniversum – mit günstigen Clean Share Classes

Zusammen mit der Einführung unserer neuen, als Clean Share Class aufgelegten Fonds haben wir auch die dazugehörige Website auf das nächste digitale Level gehoben. Sie bietet neben Fondsübersicht und -details die Möglichkeit des Fondsvergleichs sowie eine Vielzahl an Filterfunktionen. Eine bessere Vergleichbarkeit gewährleisten dank einheitlichem Look auch die Factsheets. Unser Fondsuniversum jetzt neu erleben!

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Ihr direkter Weg zu einem unabhängigen Berater

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Die Makler Champions werden vom „Versicherungsmagazin“ und der Analyse- und Beratungsgesellschaft „Service Value“ gekürt. 2020 erreichte Standard Life in der Kategorie „Leben“ den vierten Platz – und sicherte sich außerdem den zweiten Platz beim neuen „Sonderpreis Digitalisierung“.


„Die Menschen werden nach der Krise sagen: ‚Ich habe gelernt, man muss für schlechtere Zeiten vorsorgen!‘“

Über die drohenden Folgen der Coronavirus-Krise für die Altersvorsorge ist in den vergangenen Wochen vielfach berichtet worden. Warum es wichtig ist, auch im Krisen-Modus einen langfristigen Horizont beizubehalten, und welche Vorteile speziell Fondspolicen für die Absicherung von Frauen und der über 50jährigen bringen, erklärt Prof. Michael Hauer in diesem Interview. Prof. Hauer ist Lehrbeauftragter für Finanzmärkte und Financial Planning an der technischen Hochschule Amberg-Weiden und Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Das IVFP ist eine unabhängige und inhabergeführte Gesellschaft, die ihren Zweck darin sieht, die Altersvorsorge insgesamt transparenter und verständlicher zu machen.

Interview anzeigen

Herr Prof. Hauer, sind die Deutschen in der Coronavirus-Krise insgesamt sensibler für die Altersvorsorge geworden?

Prof. Hauer: Diesmal hat man wirklich eine echte Krise! Und ich behaupte, dass man sich in Krisenzeiten schon Gedanken macht und sich überlegt: ‚Menschenskind, es kann sich alles schneller ändern, als man glaubt! Die Ruhestandsphase ist ja eine Phase, wo ich außer der gesetzlichen Rente in der Regel ansonsten keine Einnahmen habe.’ Und ich glaube schon, dass die Menschen nach der Krise sagen werden: ,Ich habe gelernt, man muss für schlechtere Zeiten vorsorgen. Ich tue was für meine Altersvorsorge!‘

Das ist unabhängig von dieser Aussage, dass die Menschen, bei denen jetzt Liquidität gekürzt wurde, die einfach weniger Geld in der Kasse haben, sagen: ‚Wo kann ich einsparen?‘ und ihre Beiträge für die Altersvorsorge gekürzt haben. Das kann ich jetzt in der Krise verstehen. Aber wir haben ja die Hoffnung, dass die Krise im Großen und Ganzen vorbei ist und dass man dann einfach wieder die Gedanken sammeln kann. Und bei diesem Gedankensammeln, glaube ich, werden einige Menschen Entscheidungen treffen: ‚Ja, ich tue jetzt etwas für die Altersvorsorge, denn ich muss was für schlechtere Zeiten tun.‘

 

Eines Ihrer Hauptthemen ist die Aussage, dass viele Menschen, auch gerade gut verdienende Angestellte oder Selbständige, sehenden Auges auf eine sogenannte Lebensstandardlücke im Alter zusteuern. Trifft das jetzt umso stärker zu? Und was genau meinen Sie mit dieser Lebensstandardlücke?

Prof. Hauer: Die Lebensstandardlücke ist unabhängig von der Coronavirus-Krise. Wenn man die Frage stellt: ,Wollen Sie im Alter so leben, wie Sie es gewohnt sind?‘, dann ist das nur eine rhetorische Frage. Jeder will natürlich im Alter auch so leben, wie er es gewohnt ist! Das ist der springende Punkt: Es geht darum, den Lebensstandard im Alter halten zu können. Und um diesen Lebensstandard wirklich weiterhin zu gewährleisten, muss man einfach mehr tun, als jetzt nur die Einzahlungen in die gesetzliche Rente. Die ist ja verpflichtend für Arbeitnehmer. Für Freiberufler ist es oft das berufsständische Versorgungswerk. Selbständige haben überhaupt keine verpflichtende Altersvorsorge; die sollten privat etwas tun. Das ist letztendlich der Punkt: Jeder muss darüber hinaus neben dieser Pflichtversorgung etwas tun, damit er den Lebensstandard halten kann.

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat als Durchschnittsverdiener – wenn man die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherungsbeiträge abzieht – nur circa 40 Prozent von seinem letzten Nettoeinkommen aus der gesetzlichen Rente. Topverdiener haben noch viel weniger, 30 oder sogar nur 25 Prozent vom Nettoeinkommen aus der gesetzlichen Rente.

Man braucht – und jetzt kommt eine ganz wichtige Zahl – 80 Prozent! Das zeigt eine groß angelegte Studie der Ruhr-Universität Bochum. Sie hat insgesamt 20.000 Personen befragt und untersucht und kam zum Ergebnis: Man braucht sogar über 80 Prozent, um so leben zu können, wie man es gewohnt ist. Unser Institut hat das auch schon untersucht, und wir kamen auch zu diesem Ergebnis: 80 Prozent benötigt man.

Und somit haben Sie hier eine Lücke, eine Lebensstandardlücke. Das sind die 80 Prozent, die ich brauche, zu den 40 Prozent, die ich bekomme, zum Beispiel aus der gesetzlichen Rente. Diese ganz einfache Rechnung, das muss man sich ansparen, damit man diese Lebensstandardlücke deckt.

 

Das ist natürlich in der momentanen Phase ein ziemliches Problem, diese Lücke zu füllen. Wir haben eine Niedrigzinsphase, und die wird aufgrund der vielen staatlichen Hilfspakete jetzt, während der Coronavirus-Krise noch sehr, sehr lange bleiben. Was heißt das für die Anlagepolitik der deutschen Versicherer?

Prof. Hauer: Da hört man zurzeit auch von keinem Experten etwas anderes, als die Einschätzung, dass die Niedrigzinsphase noch lange anhalten wird. Sie hören von den ganzen Schutzprogrammen, den Maßnahmenprogrammen, die wir haben. Es wird ja noch mehr Geld in den Markt gepumpt. Das heißt, die Zinsen werden weiterhin niedrig bleiben. Und es war ja schon vor der Coronavirus-Krise so, dass die Schätzungen lauteten, dass die Niedrigzinsphase noch fünf bis zehn Jahre Minimum da sein wird. Zehnjährige Bundesanleihen haben jetzt eine Rendite von minus 0,5 Prozent – das muss man sich mal vorstellen! Man gibt dem Staat Geld, und man bekommt keine Zinsen, muss aber noch etwas dazugeben, damit der das Geld nimmt.

Das muss man sich vorstellen, selbst wenn der Zins jetzt um ein oder zwei Prozent steigen würde. Dann hätte man ein Niveau von ein, zwei Prozent – aber was sind denn ein, zwei Prozent Zinsen bei einer Anlage von zehn Jahren? Nur als Beispiel: Im Jahr 2001 hatten wir 4,6 Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen – damit Sie mal sehen, wie tief die Zinsen wirklich sind. Und die werden wir noch sehr lange Zeit haben ...

Deshalb versuchen die deutschen Versicherer natürlich, irgendwo noch Renditen herzubekommen, indem sie in alternative Anlagen gehen oder auch in Anleihen, die etwas mehr Risiko haben. Dann wird der Zins auch höher. Aber man darf natürlich auch nicht zu sehr ins Risiko gehen als Versicherer. Man hat ja gewisse Auflagen beim Sicherungsvermögen, also dort, wo das Kapital beim Versicherer investiert ist. Deshalb kann man da nicht so sehr ins Risiko, und somit bleiben halt die Renditen hier im Sicherungsvermögen wahrscheinlich noch lange Zeit relativ niedrig.

 

Die renditestärkere Anlage gegenüber der Anleihe ist natürlich über einen längeren Zeitraum die Aktie. Andererseits sind Aktien auch riskanter als Anleihen. Wie kann man das Risiko einer Anlage in Aktien verringern?

Prof. Hauer: Aktien haben ein Risiko, das ist so. Die Frage stellt sich aber viel eher: Wie kann man dieses Risiko, das vorhanden ist, mindern? Und da gibt es diese sogenannten risikominimierenden Faktoren. Wie lauten die Faktoren? Sie lauten erstens „Laufzeit“. Das zeigt jede Studie: Je länger die Laufzeit, umso geringer wird das Risiko, dass man zum Beispiel Minusrendite erzielt. Bei langen Laufzeiten spreche ich von mindestens zwölf bis fünfzehn Jahren. Das ist so der Zeitraum, ab dem man davon sprechen kann, dass das Risiko, dass man ins Minus kommt, relativ reduziert wird.

Das gilt natürlich nicht, wenn man zum Beispiel alles auf eine Aktie setzt. Man sollte auch diversifizieren. Es gibt ja den berühmten Spruch: „Nicht alle Eier in einen Korb legen, sondern verteilen.“ „Diversifizierung“ – die hat man ja automatisch, wenn man z.B. Aktienfonds wählt, die breiter gestreut sind, weltweit, europaweit und so weiter.

Neben Laufzeit und Diversifikation gibt es noch diesen berühmten Cost-Average-Effekt. Das ist ein gleichmäßiges, ratierliches Sparen. Wenn man monatlich zum Beispiel ein Betrag weggelegt von 100, 200 oder 500 Euro – je nachdem, was man einfach braucht für die Altersvorsorge –, dann hat man einfach das Timing-Risiko, das Zeitpunkt-Risiko nicht. Das ist ja klar: Wenn ich genau zu dem Zeitpunkt investiere, wo die Börse einen Höchststand hat – zum Beispiel im Januar 2020, als der DAX von über 13.500 Punkten auf unter 9.000 Punkte gesunken ist – hätte man im Januar alles investiert, was man hat, und wäre zum höchsten Punkt eingestiegen. Man muss aber immer wieder in regelmäßigen Abständen einzahlen. Und das ist ja bei Sparplänen gegeben.

 

Jetzt wäre eine andere Möglichkeit natürlich, wenn ich eine Fondspolice habe – also eine Lebensversicherung, bei der der Investmentteil über Fonds erbracht wird –, dass ich Garantien für die Ablaufleistung abschließe. Was bringen Garantien für die Ablaufleistung von Fonds tatsächlich?

Prof. Hauer: Man sagt immer wieder: „Der typische Deutsche möchte Sicherheit, er möchte Garantie haben.“ Kann ich verstehen. Wir haben aber derzeit ein anderes Szenario – wir haben die Niedrigzinsphase. Und da muss man sich einfach überlegen, wie man noch Renditen hinbekommt. Da muss man ins Risiko gehen.

Welcher Zusammenhang besteht nun zwischen Garantien und sicheren Anlagen? Wenn ich eine Garantie erzeugen will, brauche ich immer die sichere Anlage. Je niedriger der Zins ist, desto mehr muss ich in die sichere Anlage stecken, um die Garantie zu erzeugen. Das heißt, ich habe hier an der Stelle die sogenannten Opportunitätskosten. Denn jeden Euro, den ich in die sichere Anlage stecke – also den niedrigen Zins – der fehlt mir bei der Aktie. Die Aktie, die ja über den längeren Zeitraum eine höhere Rendite erzielt. Und diese Differenz zwischen der Rendite der Aktie und der Anleihe – das sind die Kosten, also der entgangene Gewinn. Wenn ich einem Anleger, einem Kunden diesen Sachverhalt erklären und sage: „Lieber Kunde, die Garantie kostet Sie Geld, im Sinne von: Es kommt weniger raus als der Erwartungswert.“ Wenn dieser Wert hier eintritt, habe ich mit Garantien wesentlich weniger als ohne Garantie, weil ich für die Garantie einfach in die sichere Anlage gehen muss.

Und das muss man den Kunden, den Menschen, sagen. Und ich glaube, dann würden viele eine andere Entscheidung treffen, als sie es jetzt tun. Bisher wurde es immer so dargestellt, als ob es die Garantien quasi gratis gibt. Sie wissen: Nichts ist irgendwie umsonst. Alles kostet in gewisser Weise etwas, und auch die Garantie kostet etwas – nämlich entgangenen Gewinn.

 

Wie wirkt sich eine unterschiedlich hohe Aktienbeteiligung auf eine private Rentenversicherung aus?

Prof. Hauer: Wir haben mal ein Modell gerechnet mit der sogenannten Monte-Carlo-Simulation. In diesem Fall haben wir 50.000 Szenarien durchgespielt. Wie könnte die Börse verlaufen, wie könnte die Aufteilung sein, wie teuer wäre es, wenn man in die Garantie geht? Dann wird es ungefähr so sein: Wenn Sie 100 Prozent Garantie haben – das heißt, die Beiträge sind zum Ruhestandsbeginn garantiert – dann liegen Sie bei unserem Beispiel bei circa 70.000 Euro. Aber wenn Sie 0 Prozent Garantie haben – also, wenn Sie es frei laufen lassen –, dann haben Sie einen Erwartungswert, der beim Doppelten liegt, bei 140.000 Euro. Nur, bei diesen 140.000 haben Sie keine Garantie. Sprich: Es könnte passieren, wenn das schlechteste Szenario eintritt, dass Sie sogar weniger herausbekommen, als Sie eingezahlt haben.

Und das müssen die Menschen einfach wissen. Ich habe kein Problem damit, wenn einer sagt: „Ich bin bereit, auf die Hälfte zu verzichten, also auf die Differenz von 70.000 Euro an dieser Stelle. Hauptsache, ich habe Garantie.“ Aber ich glaube, dass viele das nicht wissen und dann die Entscheidung treffen würden: „Ja, gut, Ich nehme lieber null Prozent Garantie, habe dafür aber eine Chance aufs Doppelte.“

Wenn Sie dann zum Beispiel noch solche Funktionen mit berücksichtigen, wie Ablaufmanagement, wo die Erträge gegen Ende in sichere Anlagen switchen, dann geht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht mal die eingezahlten Beiträge herausbekommen, bei langen Laufzeiten fast gegen null. Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass das passiert. Wenn Sie dann noch bestimmte Funktionen, die in der Regel bei Fondspolicen mit angeboten werden, mit einbauen, dann besteht hier ein ganz, ganz geringes Risiko. Und ich glaube, wenn die Menschen wüssten, dass das so ist, würden viele auf diese derzeit teuere Garantie verzichten.

 

Jetzt lautet die Alternative für manche Anleger bei einem längeren Zeitraum, zu sagen: Gut, dann gehe ich doch in direkte Investments in Fonds. Wo sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Vor- und Nachteile der Fondspolice gegenüber dem Direktinvestment?

Prof. Hauer: In der gesamten Ansparphase zahlt man keine Abgeltungssteuer auf die Erträge. Die Abgeltungssteuer sind immerhin 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, also knapp 28 Prozent. Ich rechne immer mit Kirchensteuer – Sie wissen, ich komme aus Bayern, und da rechnet man mit der Kirchensteuer, also 28 Prozent, die da weggehen. Im Rahmen der Fondspolice bleibt dieses Geld, was sonst als Steuer wegginge, im Fonds und kann wieder neu angelegt werden bzw. geht gar nicht erst raus. Und das macht natürlich über die Jahre hinweg einen beachtlichen Unterschied.

Das ist schwer im Kopf auszurechnen, da brauchen wir irgendein Hilfsmittel. Wir haben deshalb diesen FondsanlagenOptimierer gebaut, wo man das abgleichen kann. Fondspolice versus Fonds, also Direktinvestment in Fonds. Man sieht ganz deutlich, dass sich der Vorteil durch die Abgeltungssteuerfreiheit der Fondspolice nach gewissen Laufzeiten immer mehr aufsummiert. Sie brauchen ungefähr 10, 12, 15 Jahre, um besser abzuschneiden als der Fonds.

Dann hängt es natürlich auch davon ab, ob man Kapital oder Rente haben will? Von der Laufzeit dann natürlich auch, wie oft ich den Fonds wechsle. Beim Direktinvestment in den Fonds geht natürlich, wenn ich einen Fonds wechsle, erst mal die Abgeltungssteuer weg, und dann muss ich bei Neuinvestitionen in einen Fonds nochmal Ausgabeaufschlag zahlen. Das heißt, umso mehr ich wechsle, desto größer wird der Vorteil für die Fondspolice. Und ich habe noch einen Vorteil, der aber nicht bei jeder Fondspolice gegeben ist. Aber es kommt jetzt immer häufiger am Markt vor, dass die Versicherer in die Fondspolice einen Fonds einbauen, der geringere Verwaltungskosten hat als das Original.

Somit haben wir drei Vorteile: Abgeltungssteuerfreiheit, kostenfreier Neukauf von einem Fonds beim Fondswechsel und drittens in manchen Fällen die sogenannten institutionellen Anteilsklassen, die geringere Verwaltungskosten haben.

 

Eine Frage zur Zielgruppe für die Fondspolice: Die Generation50plus wird da ja oft genannt. Was sind für diese Zielgruppe die besten Laufzeiten und die besten Auszahlungsvarianten?

Prof. Hauer: Hier muss man darauf hinweisen, dass es ja alternativ keine Renditen mehr gibt. Da sind wir wieder beim Stichwort „Niedrigzinsphase“. Und deshalb ist es wirklich opportun und empfehlenswert, dass die Generation 50plus über Laufzeiten nachdenkt, die bis 70, 75 oder 80 Jahre gehen. Das klingt erstmal verrückt, aber warum sollte ein 50-Jähriger nicht eine Laufzeit bis 70, 75 oder 80 machen, um dann mit 75 oder 80 zu entscheiden, ob er eine Leibrente haben will oder die Kapitalauszahlung?

Denn heute ist es doch so, dass mit 60, 62, 65 Jahren – also immer, wenn Versicherungen in der Regel fällig werden – sich die meisten fürs Kapital entscheiden. Keiner kann es so richtig einschätzen, dass das Leben ja extrem lange dauern kann – bis 90, 95, 100 und mehr. Deshalb sagen viele: „Okay, ich nehme lieber das Kapital, bevor ich jetzt die Rente wähle und dann doch früher sterbe.“ Das ist doch das Ergebnis seit Jahrzehnten, dass die Menschen sich gegen die Rentenzahlung entscheiden.

Deshalb sage ich: Lasst doch die Generation 50plus die Laufzeit länger machen, bis 70 oder 80, und dann soll sich der Kunde entscheiden. Dann entscheidet man sich für eine Rentenzahlung, oder, falls man einfach nicht mehr so gut drauf ist oder gesundheitlich etwas angeschlagen, sagt: „Ich nehme lieber das Kapital.“

In der gesamten Zeit, von 55 bis 75 Jahren, das ist eine lange Laufzeit, kann ich Geld anlegen, kann es schön in Wertpapiere investieren. Und dann kann man doch eines machen (das bietet nahezu jede Lösung am Markt): Man kann, wenn man trotzdem Geld braucht, Geld entnehmen, einen Entnahmeplan. Es gibt sogar Modelle, da läuft die Versicherung bis 100. Da legt man quasi schon das Geld mit dem Gedanken im Hinterkopf an die Vermögensübertragung an die nächste Generation an, was ja für die Generation 50plus ein großes Thema ist.

Deshalb meine Bitte an alle, die mit der Generation 50plus in der Beratung zu tun haben: Denken Sie hier nochmal ein paar Jahre weiter und öffnen Sie den Horizont auf Laufzeiten von bis zu 70, 75, 80 Jahren oder unter Umständen noch mehr.

 

„Denken Sie ein paar Jahre weiter“ ist ein gutes Stichwort. Denken Sie auch an die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, die wichtig sind, Ihre Familie. Gerade Frauen sind bei der Altersvorsorge ja leider oft noch im Hintertreffen, zeigen immer wieder verschiedene Untersuchungen. Was kann man dagegen tun?

Prof. Hauer: Ich habe schon feststellen können, dass viele, gerade die Männer so für sich denken: ‚Naja, die Altersversorgung meiner Frau bin ich.‘ Aber viele denken nicht daran, dass, wenn sie sterben und Rente gezahlt wird, in der Regel nur noch 60 Prozent vorhanden sind, egal ob gesetzliche Rente oder Versorgungswerk; da sind es sogar nur 55 Prozent. Die Frauen haben in der Regel auch eine längere Lebenserwartung.

Deshalb appelliere ich immer wieder an die Männer: „Liebe Zeitgenossen, denken Sie beim Thema Altersvorsorge an Ihre Frau!" Denn es ist zum einen wichtig, dass die Frauen im Alter für sich selbst versorgt sind, denn sie haben eine höhere Lebenserwartung. Und zum zweiten ist das – ich nenne es auch immer den „internen Familienausgleich“ – also, dass nicht alles über den Mann läuft, sondern auch über die Frau.

Deshalb, liebe Beraterinnen und Berater: Sprechen Sie die Kunden darauf an. Wie steht es um die Altersvorsorge Ihrer Frau? Und sie werden an den Reaktionen merken, dass sich viele noch keine Gedanken gemacht haben. Und sprechen Sie Ihre Kundinnen an, wie es um ihre eigene Altersvorsorge steht. Und viele werden sich dann Gedanken machen und sagen: Stimmt, bisher verlasse ich mich hier total auf die Versorgung über meinem Mann. Aber reicht das wirklich aus? Sollte ich nicht selbst auch eine Versorgung im Alter haben? Meine Erfahrung zeigt, dass dieses Thema bisher noch viel zu wenig angesprochen wurde und dass die Frauen für das Thema Altersvorsorge sehr, sehr offen sind, wenn man sie mal konkret darauf anspricht.

Prof. Michael Hauer

Michael Hauer ist Professor für Finanzmärkte und Financial Planning an der technischen Hochschule Amberg-Weiden sowie Fachautor und -referent im Themengebiet Altersvorsorge. Er ist als „Top Speaker“ ausge­zeichnet und wurde im Laufe der letzten Jahre zu mehreren hundert Vorträgen für Kunden- bzw. (Bank-) Beraterveranstaltungen als Referent eingeladen. Für den Fachbereich Altersvorsorge ist er seit 2004 Dozent an der ebs European Business School, Oestrich-Winkel.

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