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The Way Forward

03.04.2018

Vorsorge der Zukunft

„Wir müssen aufpassen, dass wir die Beziehungen zwischen den Menschen nicht leichtfertig aufgeben.“

Dass Europa – angesichts immer deutlich hervortretender Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Staaten, dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) sowie dem anhaltenden Druck durch die Niedrigzinsen in der Eurozone – vor großen Herausforderungen steht, ist mittlerweile ein Allgemeinplatz. Aber wie wirken sich die politischen und wirtschaftlichen Fliehkräfte auf die Altersvorsorge in Deutschland aus? Welche Folgen haben diese Entwicklungen für unabhängige Finanzmakler und ihre Kunden? Standard Life Deutschland ging diesen Fragen in einer hochkarätig besetzten Informationsveranstaltung in Berlin nach, welche der britische Lebensversicherer gemeinsam mit der Britischen Botschaft ausrichtete. Zu den Teilnehmern auf dem Podium gehörten unter anderem der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete und Rentenexperte Wolfgang Bosbach, Prof. Dr. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, und Sir Gerry Grimstone, Aufsichtsratsvorsitzender von Standard Life Aberdeen (SLA).

Der exklusiven Einladung zu Vorträgen und anschließender Podiumsdiskussion waren rund 120 Vertriebspartner, Branchenexperten und Journalisten in die Britische Botschaft gefolgt, die als eines der aufregendsten Gebäude in Berlin gilt – und die ein Haus ist, in dem in diesen Tagen internationale Politik mit entschieden wird, worauf Moderator und TV-Wirtschaftsjournalist Andreas Franik hinwies.

In seiner Begrüßung warb Hausherr Botschafter Sir Sebastian Wood bei den Zuhörern um Verständnis für den Brexit und die Sichtweise vieler Briten, welche die EU immer mehr als Wirtschaftsraum und weniger als politische Union verstanden hätten. Wood verwies auf den starken Handel zwischen Großbritannienund der EU, der ein Volumen von 177 Milliarden Euro hat und das Vereinigte Königreich zu einem der drei stärksten Handelspartner für die EU neben den USA und China macht. Gerade die Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannienseien sehr eng, betonte Wood. „Langfristig wünschen wir uns breite und tiefe Handelsbeziehungen“, sagte der Botschafter und appellierte an die Gäste: „Wir müssen Freunde bleiben, wir werden Freunde bleiben!“

Welche unmittelbaren Folgen der Brexit für ihr Geschäft haben wird, erfuhren die aus ganz Deutschland angereisten Makler in der Rede von Sir Gerry Grimstone. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Standard Life Aberdeen machte keinen Hehl daraus, kein Anhänger des Brexits zu sein. Er erläuterte die Pläne von SLA, das Geschäft für Kunden aus den EU-Ländern Irland, Deutschland und Österreich in Dublin administrativ zusammenzufassen, um die EU-Passporting-Rechte zu behalten.

Grimstone ging auch auf die Ende Februar angekündigte strategische Kooperation mit dem britischen Finanzdienstleister Phoenix Group ein: SLA werde sein Versicherungs- und Pensionsgeschäft an Phoenix verkaufen und im Gegenzug einen knapp 20-prozentigen Anteil an dem Unternehmen erwerben. Grimstone versicherte, Phoenix werde in alle bestehenden Verträge und Vereinbarungen von Standard Life eintreten; das betreffe auch die beschlossene Verlagerung nach Dublin. Für Mitarbeiter und Kunden von Standard Life sei dies eine gute Nachricht.

Frisch vom Antrittsbesuch bei dem erst am Vortag vereidigten neuen Bundesfinanzminister Olaf Scholz kam Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest. Der Präsident des renommierten ifo Instituts für Wirtschaftsforschung startete seinen Impulsvortrag über Europas Wirtschaft mit der launigen These, dass der Brexit auch seine guten Seiten habe – er könne die EU dazu anregen, das immer knappere Geld im EU-Haushalt künftig gezielter auszugeben. Fuests Kernaussage: Die Pensionen sind eng mit der mittel- bis langfristigen Entwicklung der Wirtschaft in Europa verbunden. Es zeichneten sich zwei grundlegende Probleme ab: der langfristige Produktionsverlust, vor allem in Südeuropas Wirtschaft, und ein Rückgang der Arbeitsbevölkerung um 20 Prozent bis 2040. Zusätzlich bestehe ein großes Risiko darin, dass europäische Banken einen zu hohen Anteil an Staatsschulden ihrer eigenen Länder hielten: „Die Banken müssen raus aus der Finanzierung ihrer Staaten!“, forderte Fuest. „Nur wenn es uns gelingt, diese Probleme in der Eurozone zu beseitigen, bekommen wir auch wieder Wachstum in der EU.“

„Großbritannien wird eher die Regulierungskarte ziehen“

Brexit, Niedrigzinsen und die Ungleichgewichte in der EU waren drei Hauptthemen der folgenden Podiumsdiskussion. Moderiert von Franik legten die Diskutanten nach und nach die Probleme offen, welche sie für die Altersvorsorge in einer immer mächtiger werdenden EU sehen, wie es Wolfgang Bosbach auf den Punkt brachte: „Wollen wir wirklich die ‚Vereinigten Staaten von Europa‘ oder ein ‚Europa der Vaterländer‘?“ Der Brexit diente als Klammer für die Diskussionsrunde, die zwar unisono den drohenden Ausstieg des britischen Partners bedauerte, jedoch auch ein künftige Rivalität aufkommen sah, wie Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Dekan der Wirtschafts- und Rechtsfakultät der Hochschule Aschaffenburg, formulierte: „Großbritannien und die EU werden um Kunden und Märkte stärker konkurrieren, auch steuerlich.“

Der Vermutung, dass das Königreich nun aber in einen Wettlauf um die Senkung von Unternehmenssteuern und Regulierungsstandards eintreten werde, erteilte Nick Leake eine Absage: „Man kann eigentlich kein Steuerparadies werden. Großbritannien wird eher die Regulierungskarte ziehen“, sagte der Botschaftsrat EU und Wirtschaft an der Britischen Botschaft. Leake verwies darauf, dass die Regulierer in Großbritannien sehr gut seien und, wie im Falle der Bankenregulierung, sogar besser als die der EU.

Die Regulierung der Finanzbranche beschäftigte alle Teilnehmer, besonders aber Prof. Dr. Hato Schmeiser, Inhaber des Lehrstuhls für Risikomanagement und Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen. Für ihn lautet die Frage angesichts von IDD und MiFID II nicht, ob es zu viel oder zu wenig Regulierung gebe, sondern welche Qualität die Regulierung habe. „Man muss die Kosten-Nutzenrechnung einer Regulierung vorher machen, man muss quantifizierbare Ziele vorgeben und Ergebnisse messen“, sagte Schmeiser.

„Wer Altersvorsorge mit dem Girokonto macht, halbiert in 40 Jahren sein Vermögen“

Die Folgen der Regulierung und politischer Einflussmaßnahme zeigten sich auch bei den Notenbanken immer deutlicher, stellten die Teilnehmer fest: „Früher ging es bei den Zentralbanken nur um Währungsstabilität, heute haben sie ein politisches Mandat“, kritisierte Webersinke. Die Folge sei, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge in Europa inzwischen vom Angebot der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig sei.

Dr. Gerrit Jan van den Brink, Chief Financial Risk Officer bei Standard Life Deutschland, sagte, dass die Mittel zur Risikobekämpfung der EZB verpufften: „Es gibt da inzwischen sehr viele Probleme, der wir nicht mehr Herr werden.“ Der dauerhaft niedrige Zins wiederum führe zu einer Inflation der Asset-Klassen, so Schmeiser, und einer verstärkten Investition und Preissteigerung in reale Anlagen wie Immobilien. Von der gefährlichen Kombination aus niedrigen Zinsen und hohen Immobilienpreisen seien besonders die mittleren Einkommen in Deutschland betroffen, die einerseits versuchten, zu sparen, um Wohneigentum zu erwerben, andererseits, um eine private Altersvorsorge aufzubauen.

Trotz womöglich langsam steigender Zinsen warnte Politiker Bosbach vor dem Irrglauben, die guten alten (Zins-)Zeiten könnten wiederkehren: „Auf das Zinsniveau von vor zehn oder 15 Jahren kommen wir nicht mehr zurück!“ Webersinke pflichtete ihm bei und verwies auf die, gerade in einer solchen Lage schädlichen Risikoaversion der Deutschen und ihre Angst vor unternehmerischen Anlagen wie Aktien oder Investmentfonds: „Wer Altersvorsorge mit dem Girokonto macht, halbiert in 40 Jahren sein Vermögen.“ Aber auch der klassischen Kapitallebensversicherung mit ihrem starren Garantiezins und immer niedrigeren jährlichen Überschüssen werde die Zukunft nicht gehören, sagte Schmeiser voraus: „Sie sind nicht transparent, relativ intensiv bei den Transaktionskosten und haben eine geringe Aktienquote.“

Als es in die Schlussrunde ging, war es Gerrit Jan van den Brink, der die treffenden Worte fand. Auf die Frage von Andreas Franik, worin er das größte Risiko ehe, antwortete der Chief Financial Risk Officer: „Wir müssen aufpassen, dass wir die Beziehungen zwischen den Menschen nicht leichtfertig aufgeben.“ Das gelte sowohl im kleinen, persönlichen Umfeld wie auch in der Beziehung zwischen Nationen. Damit schloss sich der Kreis zum Brexit wieder. Die Zuhörer dankten Experten und Moderator für die tiefen Einblicke in die wirtschaftlichen Herausforderungen der Altersvorsorge in Europa mit lang anhaltendem Applaus und vielen Fragen beim anschließenden Get-together im Foyer der Britischen Botschaft.

 

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