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The Way Forward

22.03.2017
Investment der Zukunft

Vom Bio-Mantra zum Blue Commerce - ein neuer Trend im Handel?

Eine Antwort auf die Frage aus der Überschrift liefern beispielsweise die Jeans der Gebrüder Stitch. 2010 wurde das Label in einem Schneiderstübchen mitten in Wien ins Leben gerufen. Die Idee: öko-faire Jeans, die auf den Allerwertesten der Kunden maßgeschneidert werden. Von Textilexperten wurden die beiden Initiatoren und Branchenneulinge eindringlich gewarnt: Der Wettbewerbsdruck sei enorm, Maßkonfektion zu teuer, „Bio“ nur eine Modeerscheinung – und überhaupt wollten Kunden mehr billige Stangenware aus „Banglafesch“ und „Purchina-Faser“.* Die beiden ließen es trotzdem drauf ankommen. Und siehe da – seit der Eröffnungsparty waren die Auftragsbücher nie mehr leer. Obwohl eine Organic Jeans „Couture“ bis zu 1.000 Euro kosten kann. Die Finanzierung stemmen die Gebrüder Stitch über Crowdinvesting. Jeder Investor erhält für seine Einlage einen verzinsten Anteil am Unternehmen. Zusätzlich wird er am Ende der Laufzeit an der Unternehmenswertsteigerung gemäß Anteilshöhe beteiligt.

Der neue Spaß an der Nachhaltigkeit

Ja, Nachhaltigkeit kann Spaß machen. Dazu muss sie sich aber vom Weltrettungsgedanken befreien und stattdessen positiv und genussorientiert daherkommen. Ich will Ihnen noch ein Beispiel für diesen neuen Retail-Trend geben: den Upcycling-Design-Laden „Kreis zu Quadrat“ in Frankfurt am Main. Upcycling? Ist schnell erklärt. Beim Upcycling werden Materialien wiederverwendet, umgestaltet und zu gleich- oder höherwertigen Produkten verarbeitet. Auf rund 100 Quadratmetern hat Inhaberin Jeanine Martin in ihrem Laden ein eigenwilliges Wohlfühlambiente geschaffen. Im Angebot sind zum Beispiel Gute-Stuben-Geschirrsets mit frechen Origami-Ornamenten, feine Notizbücher aus recyceltem Papier, Schmuck aus alten Reißverschlüssen, Briefumschläge aus ausgedienten Landkarten oder Stofftiere aus Jeansresten – ökologisch korrekt und durchweg zeitgemäß-originell.

Blue Commerce – weg vom „Weniger ist mehr“-Mantra

Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat für diese neue Form der Nachhaltigkeit den Begriff Blue Commerce geprägt. Diese blaue Ökonomie grenzt er bewusst von der „alten“ grünen Ökologie ab, indem er ihren Überzeugungen neue Grundsätze gegenüberstellt: „Ressourcen und Energie sind existenziell knapp“ = grün, „Ressourcen und Energie sind prinzipiell unendlich“ = blau. Oder: „Krisen sind Zeichen des Untergangs“ = grün, „“Krisen sind Selbstkorrekturen von Systemen“ = blau. Nach seiner Überzeugung tut der Handel gut daran, den Konsumenten keine Schuldgefühle und kein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Im Blue Commerce positionieren sich Bio-Labels stattdessen nicht länger über die Abgrenzung von konventionellen Produkten. „Bio“ und „fair“ werden zur Selbstverständlichkeit, während der eigentliche Mehrwert in der Coolness, der Ästhetik, der Nützlichkeit und dem Plus an Lebensqualität liegt.

Ökoeffektivität versus Ökoeffizienz

Bereits 2002 hat der deutsche Verfahrenstechniker Professor Dr. Michael Braungart in seinem Buch „Cradle to Cradle“ den Begriff der Ökoeffektivität geprägt. Sie kennt – wie die Natur – keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen. Über biologische und technische Nährstoffkreisläufe werden die richtigen Materialien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt. Am Ende steht immer eine bessere Qualität. Ein Beispiel: Bei der Herstellung von Kleidung recycelten Kunststoff und Naturstoffe zu mischen ist unsinnig, weil beide Bestandteile später nicht mehr getrennt und erneut verwendet werden können. Für Kleidung alle Materialien so zu gestalten, dass sie verschleißen und anschließend in den biologischen Kreislauf gelangen oder vom Hersteller zurückgenommen werden können – dies ist ökoeffektiv. Braungarts Ideen sind inzwischen auf fruchtbaren Boden gefallen. Mit seinem Unternehmen EPEA und Cradle to Cradle als eingetragener Marke ist Braungart als Unternehmensberater weltweit erfolgreich.

Wie nachhaltig ist das deutsche Rentensystem?

Eine Rentenversicherung sollte immer nachhaltig sein – allein schon wegen unserer steigenden Lebenserwartung. Betrachten wir uns vor diesem Hintergrund das staatliche Rentensystem in Deutschland. Tatsächlich geht es auf die Rentenreform von Konrad Adenauer im Jahr 1957 zurück. Mit ihrem Inkrafttreten wurde das System der Kapitaldeckung – das wegen der beiden Weltkriege ohnehin nie funktioniert hatte – in ein Umlageverfahren mit dynamischer Rente umgewandelt. Seitdem gilt der „Generationenvertrag“, demgemäß die Beitragszahler all jene unterhalten, die zurzeit einen Rentenanspruch besitzen. Als die kinderreiche Nachkriegsgeneration noch in den Kinderschuhen steckte, funktionierte das System. Heute, da die „Babyboomer“ allmählich das Renteneintrittsalter erreichen, wird sie zunehmend zum Problemfall. Seit dem „Pillenknick“ in den 1970er Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland rückläufig. Folglich steht eine wachsende Zahl an Rentenempfängern einer schrumpfenden Menge an Rentenzahlern gegenüber.  Es gibt also dringenden Handlungsbedarf.

Blue Commerce bis ins hohe Alter

Das Rentensystem wird im Jahr der Bundestagswahlen in Deutschland unweigerlich ein Wahlkampfthema. Doch ganz gleich, wer ins Kanzleramt einzieht bzw. dort bleibt – eine radikale Umstellung wird es nicht geben. Und da später niemand auf die gewohnte Lebensqualität verzichten will, lohnt es sich, parallel über eine private Vorsorge nachzudenken. In Zeiten hoher Zinsen konnte man Garantieprodukte noch als nachhaltig bezeichnen. Mittlerweile sind sie für Kunden unattraktiv und für die Stabilität der Anbieter eine Gefahr. Weshalb wir von Standard Life schon seit längerem kein solches Garantieprodukt mehr anbieten. Wir setzen vielmehr auf nachhaltige Investmentlösungen wie unsere 15 MyFolio Fonds, die unsere Kunden in unserem Einmalbeitragsprodukt ParkAllee passend zu ihrem Risikoprofil wählen können. Mit einer solchen Lösung stehen die Chancen gut, sich selbst mit 80 noch eine Couture-Jeans der Gebrüder Stitch leisten zu können.

 

* http://gebruederstitch.at/bio-und-fair/

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