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The Way Forward

12.07.2018

Fußballprofis und Vorsorge

Unfassbar, aber wahr: — der „Gender Pay Gap“ zwischen Frauen- und Männerfußball

In Deutschland liegt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bei 21 Prozent. Was allerdings auch daher rührt, dass Frauen öfter in Teilzeit und in Branchen arbeiten, die ein niedrigeres Lohnniveau aufweisen, oder dass sie zum Teil geringer qualifiziert sind. Aber Fußballspielerinnen der DFB-Nationalmannschaft haben das gleiche Trainingspensum zu absolvieren wie ihre männlichen Pendants. Und tun dies noch dazu mit eindrucksvollem Ergebnis. Bei den bislang sieben ausgetragenen FIFA-Frauen-Weltmeisterschaften holten sich Deutschlands Fußballfrauen zweimal den Titel, bei den zwölf UEFA Europameisterschaften sogar beachtliche acht Mal. Deutschlands männliche Nationalkicker haben in 21 Weltmeisterschaften viermal den Titel geholt und bei 15 Europameisterschaften insgesamt dreimal. In der Siegerbilanz haben die Fußballdamen also ganz klar die Nase vorn, doch in Sachen Entlohnung ebenso eindeutig das Nachsehen. Bei der Herren-EM 2016 winkte jedem Spieler im Fall eines Sieges 300.000 Euro Prämie, den Fußball-Ladys bei ihrer letzten EM gerade mal 37.500 Euro. Ein Ungleichgewicht, das sprachlos macht.

Aus der Geschichte des deutschen Frauenfußballs: „… verletzt Schicklichkeit und Anstand“

Der WM-Sieg der deutschen Nationalelf 1954 war auch für viele fußballbegeisterte Frauen eine Initialzündung. Weibliche Mannschaften sprossen wie Pilze aus dem Boden – den DFB-Herren waren sie von Anfang an ein Dorn im Auge. Folglich verbot man 1955 kurzerhand allen dem Verband angeschlossenen Vereinen die Gründung von Frauenmannschaften. Weiblichen Kickern Plätze zur Verfügung zu stellen war ebenfalls nicht erlaubt. Die Begründung: „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und die Zurschaustellung verletzt Schicklichkeit und Anstand.“ Es mussten 15 Jahre ins Land gehen, bis der DFB erkannte, dass er auf dem Holzweg war. Und so begann 1970 zunächst der Kampf der Fußballerinnen um Anerkennung – vom Kampf um eine angemessene Entlohnung war man noch weit entfernt. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018 – ohne dass nennenswerte Erfolge in Sachen Verdienst erzielt wurden. Leben können deutsche Stammspielerinnen von dem, was die Vereine zahlen, mehr schlecht als recht. Im Schnitt verdienen Bundesliga-Spielerinnen in Deutschland weniger als 1.000 Euro im Monat.

„Eine Spielerin, die ich sehr gut kenne, bekam in ihrer Anfangszeit in der zweiten Liga 150 Euro Fahrtgeld. Parallel zu den vielen Trainings, den Trainingslagern und den Spielen absolvierte sie ein Studium. Und wenn sie mal in den Urlaub fahren wollte, nahm sie einen Zweitjob auf”, weiß Kultkicker Ansgar Brinkmann zu berichten – einer, der Deutschlands Fußballfrauen regelmäßig von der Tribüne aus die Daumen drückt. Wen das verwundert, der sollte wissen, dass Brinkmann mit einer Bundesliga-Spielerin als Schwester aufwuchs und von ihr erst zum Fußballspielen inspiriert wurde.

Hatten 2017 die Faxen dick: Dänemarks Fußballfrauen

In Zeiten männlicher Fußballikonen, die Topgehälter beziehen und zu Ablösesummen im zweistelligen Millionenbereich gehandelt werden, dürfen sich internationale Spitzenspielerinnen mit einem Taschengeld begnügen. Dass man sich das nicht gefallen lassen muss, stellte im letzten Jahr die dänische Frauen-Nationalelf klar. Der entscheidende Impuls kam allerdings aus Norwegen, wo die Spielergewerkschaft NISO mit dem norwegischen Fußballverband 2017 eine bahnbrechende Regelung ausgehandelt hatte: Ab 2018 haben Frauen- und Männerfußballnationalmannschaft das gleiche Budget, nämlich sechs Millionen Kronen. Wozu die Männer mit 550.000 Kronen an Werbeeinnahmen ihren Teil beitragen. Angesichts dieses Durchbruchs boykottierten die Däninnen kurzerhand das Freundschaftsspiel gegen Europameister Niederlande und setzen damit ein klares Zeichen.

Wie in fast jeder Fußballnation sind die kickenden Herren die „Geldmaschine“. Mit ihren riesigen Fangemeinden sorgen sie nicht nur für Einnahmen aus Fernsehgeldern, Vereinsbeiträgen oder Verkäufen von Merchandisingprodukten und Eintrittskarten, sondern locken auch Sponsoren und Werbetreibende an. Weshalb die Mannschaften top bleiben müssen. Also wird wieder in die Spieler investiert. So schrauben sich die Gehälter weiter in die Höhe. Den Fußballfrauen ist das bewusst. Doch zwischen Millionengagen und Hungerlohn klafft eine Lücke, die jenseits aller Fairness ist. Genau dafür haben die dänischen Nationalspielerinnen ihren guten Ruf riskiert und bereits einen Teilerfolg errungen. Übrigens mit der Unterstützung der Herren, die auf 67.000 Euro zugunsten der Frauen-Nationalelf verzichten.

Der Zweitjob ist Standard – die Bundeswehr ein guter Kompromiss

Wie Kerstin Stegemann, der viermaligen Europa- und zweimaligen Weltmeisterin, fällt es vielen Fußballerinnen schwer, neben ihrer Leidenschaft genug Zeit zum Geldverdienen zu finden – so bietet sich die Bundeswehr hervorragend als Arbeitgeber an. Mit ihrem Förderungsprogramm ermöglicht sie einen Fokus auf Spitzensport trotz zweiter Tätigkeit.

Vor dem Durchbruch im Fußball machte Silke Rottenberg eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin, bis es ihr der Konflikt zwischen Training und Arbeit fast unmöglich machte, ihren Beruf weiter auszuüben. Sie entschied sich für die Laufbahn als Sportsoldatin. In der Bundeswehr arbeitete sie sich bis zum Dienstgrad des Hauptfeldwebels hoch. Auf diesem Weg hatte sie genug Zeit für hartes Training, um Erfolge wie den zweifachen Triumph bei der Weltmeisterschaft und den Sieg beim Algarve Cup zu feiern.

Einen der Bundeswehr vergleichbaren Arbeitgeber gibt es nicht, trotzdem finden Frauen wie Birgit Prinz auch andere Wege, sich dem Profifußball zu widmen. Sie wurde dreimal in Serie zur Weltfußballerin gekürt, gewann neunmal den Titel Deutschlands Fußballerin des Jahres und siegte gemeinsam mit der Frauen-Nationalelf zweimal bei der Weltmeisterschaft und fünfmal bei der Europameisterschaft. Eine solch beeindruckende Fußballkarriere kann kaum ein männlicher Fußballer aus Deutschland vorweisen. Prinz meisterte parallel noch eine zweite Karriere. Hart, aber machbar.

Sie begann mit einer Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin, setzte später einen Abschluss zur Physiotherapeutin obendrauf. Noch während sie sportlich ihre größten Erfolge feierte, begann sie 2005 ein Psychologiestudium in Frankfurt am Main, das sie 2010 mit einem Diplom abschloss. Seit dem Ende ihrer Sportkarriere 2011 ist sie für verschiedene Arbeitgeber, unter anderem für die FIFA, als Sportpsychologin tätig.

Betrifft Fußballfrauen eher weniger: die Sorge um das Leben danach

Während die männlichen Topverdiener sich nicht selten dazu verlocken lassen, das Geld auch nach der Sportkarriere mit vollen Händen auszugeben, und ihren hohen Lebensstandard beizubehalten, haben die Kickerinnen zwangsläufig ein zweites Standbein – und damit auch eine berufliche Zukunft. Das bedeutet aber auch, dass sie wie jeder andere früh vorsorgen müssen – zum Beispiel mit chancenreichen Produkten für die private Vorsorge.

 

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